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~ Made by Elin ~
Prolog:
Das Leben in Theben ist nicht einfach, oft gibt es nicht ausreichend Nahrung oder es fallen Räuber in die Stadt ein. Trotz dieser Schwierigkeiten lernt Pepi, Sohn eines reichen Schreibers, fleißig in der Tempelschule. Er ist 8 Jahre alt und möchte später das Amt seines Vaters übernehmen. Der Lehrer ist sehr streng, Schläge gehören zur Tagesordnung. Pepi erlernt nicht nur schreiben und rechnen, sondern heute hält Hori, der Oberschreiber und sein Lehrer, eine interessante Stunde über ägyptische Religion und Totenkult.

Möge Thau, der schwüle Wind aus der Wüste, den Sand der Dünen bis zum Himmel hoch wirbeln und die Sonne verfinstern - und fünf Tage später möge Mehyt, der frische Wind aus der Wüste, sich über die Erde und den Himmel wie Kristall wölben.

Schöpfungsmythos:
Am Anfang war der riesiger Ozean Nun. Aus dem Chaos dieses unendlichen Wassers wächst der Urhügel Tatenen empor. Genau über ihm steigt eine Lotosblüte auf, aus der der Sonnengott Re hervorsteigt. In dem Chaos macht sich der Gott Ur-Atum (das All) an die Erschaffung des unendlichen Universums. Atum voll bringt diese Leistung mit Hilfe seines Herzens, dem Sitz der personifizierten Intelligenz von Sia (die Erkenntnis) und mit Hilfe seines Willens, der von der Sprache dargestellt wird. Der Sonnengott Re hatte wiederum zwei göttliche Kinder: Schu (die Luft) und Tefnut (das Wasser), sie zeugten Geb (die Erde), und Nut (der Himmel). Geb und Nut hatten fünf Kinder: Osiris (die Fruchtbarkeit), Isis (das fruchtbare Land), Seth (die Dürre), Harmachhis und Nephtys (die Wüste). Osiris und Isis zeugten den Königsgott Horus, der den Pharao zu Lebzeiten verkörpert. Aus den Tränen des Sonnengottes Re entstanden die Menschen, die Götter regierten zuerst als Pharaonen über die Menschen, sie zogen sich doch später in die Unsichtbarkeit zurück.

Die Religion:
DIE ÄGYPTISCHE RELIGION
Die Religion der alten Ägypter ist einerseits durch eine große Anzahl von verschiedenen Göttern charakterisiert, anderseits durch eine einzigartige Betonung des Totenkultes. In keiner anderen Religion ist der Totenkult so wichtig wie in der ägyptischen. Die Religion unterteilt sich zusätzlich in eine offizielle und eine private Religion.
A: DIE OFFIZIELLE RELIGION
Die offizielle Religion spielt nur eine Rolle für die Pharaonen, Priester und Tempelhelfer, nicht aber für das einfache Volk. Sie wird in Tempeln abgehalten, die speziell für die Gottheiten gebaut wurden. Nur Könige und Priester haben Zutritt in diese Tempel.
Der Kult basiert auf den Götterfesten und dem Prinzip der Gegenseitigkeit: der Pharao, meist aber der Priester, versorgt die Götterbilder und kümmert sich um deren Kultbilder, die in Schreinen in Tempeln aufbewahrt werden. Sozusagen als Belohnung "ziehen" die Götter dann in ihre eigenen Kultbilder ein. Damit erweisen sie dem König und den Menschen ihre Gunst. Es ist unmöglich einen Gott zu "lieben", den man kann Gottheiten nur "anbeten", "respektieren" und ihnen "danken". Den Göttern werden auch Opfer gebracht, oftmals auch in Form von Opferformeln. Das oberste Ziel der Religion ist, die Weltordnung zu erhalten und zu erhören.
B: DIE PRIVATE RELIGION
Die normalen Menschen beten nicht in den Haupttempeln, sondern in vielen verschiedenen Heiligtümern, wo sie wie die Könige Opfer niederlegen und Orakel befragen können. Meistens werden nicht die Hauptgottheiten, sondern niedere Gottheiten behuldigt. Manche Heiligtümer, zum Beispiel Abydos und Saqqara, sind wie Jerusalem Pilgerorte. Die Ägypter besitzen auch religiöse Gegenstände um sich gegen schlechte Omen zu schützen: Amulette und göttliche Erlasse, die ihren Träger schützen sollen; Büsten von Vorfahren, die im Haus aufgestellt werden; magische Heilmittel gegen Krankheiten; oder Kalender mit guten und schlechten Tagen. Einige der hier aufgezählten Dinge gehen schon in Magie über.
Trotz der vielen religiösen Bräuche und der vielen Gottheiten gibt es im alltäglichem Leben keine Hinwiese auf bestimmte Rituale wie zum Beispiel die Eheschliessung, die Beschneidung eines Jungen oder die Geburt eines Kindes.



DER SONNENKULT
Im Vordergrund des Sonnenkultes steht der Sonnengott Re, später auch die Sonnenscheibe Aton. Der Kult macht aus dem Herrscher eine einzigartige und alleinstehende Figur, die göttlich, auch ohne den Mythos des Horus als Rächer seines Vaters Osiris, ist. Der Herrscher konnte durch diesen Kult Universalität und starke politische Züge erreichen. Re spielt zuerst nur eine Rolle in dem Entstehungsmythos, später ist er der König der Götter. Sein Einfluß geht verloren, doch erst mit dem Sonnenkult wird er wieder die Hauptfigur, die er früher darstellte. Doch so schnell er im Mittelpunkt steht, so schnell wird er wieder vergessen.


DER ATON- KULT (geschichtlicher Hintergrund)
Wie jeder Pharao verleiht sich Amenophis IV sich den Titel "Hohepriester des Sonnengottes" selbst. Dieser Titel ist für ägyptische Könige Tradition. Die Verehrung der Sonnenscheibe Aton rückt neben dem Hauptgott Amun in den Vordergrund und verdrängt alle anderen Götter. Amenophis nennt sich jetzt nach der neuen Religion Echnaton ("es gefällt dem Aton" und läßt den Namen des Gottes Amun aus allen Inschriften ausmeißeln. Er verbietet alle anderen Kulte und läßt alle nicht-Aton Tempel in ganz Ägypten schließen. Echnaton gründet daraufhin eine neue Residenz: Echet-Aton ("Horizont des Aton". Dort wird Aton als alleiniger Gott ausgerufen, der alles geschaffen hat. Es werden auch neue Gebete zu seiner Lobpreisung verfaßt:
"Herrlich erscheinst du im Horizont des Himmels,oh, du lebender Aton, Schöpfer des Lebens. Wenn du aufsteigst am östlichen Horizont, erfüllst du alle Länder mit deiner Schönheit. Du bist schön, groß, strahlend, hoch über allen Landen. Deine Strahlen umfassen die Länder bis zum Ende all dessen, was du schufst".
DER SONNENHYMNUS DES PHARAO ECHNATON
Hier sind einige Strophen aus dem Sonnenhymnus des Pharao Echnaton aufgelistet, sie beschreiben nicht nur den Weg der Sonne, sondern sie stellen den normalen Schöpfungsmythos in den Schatten. Die Sonnenscheibe Aton wird als alleiniger Schöpfer der Welt und alles in ihr befindliches angesehen.


Strahlend steigst du am Rand des Himmels,
Aton, der du lebst seit Anbeginn.
Du wanderst empor und erfüllst
die Welt mit deiner Schönheit.

Hoch glänzt du über die Lande,
deine Strahlen umfangen, was du geschaffen.
Du bist fern, doch deine Strahlen befruchten die Krume,
und der Halm sprieþt, wenn du den Boden geküþt.

Gehst du dann von uns nach Westen unter,
bereitet sich Dunkel über die Erde, als sei sie erstorben.
Es ruhen die Schlummenden in ihren Kammern.
Nähme einer ihre Habe unter ihrem Kopfe weg,
so merkten sie es nicht. Die Welt liegt im Schweigen.

Morgens aber, wenn du wieder am Himmelsrand aufglühst,
da fliehet vor dir die Finsternis.
Beide Länder freuen sich deiner Strahlen.
Alle erwachen und stehen auf,
sie waschen den Leib, sie kleiden sich,
betend heben sie die Arme,
strahlender zu dir empor,
und die ganze Welt verrichtet ihre Arbeit.

Du schufst den Nil, der aus der Unterwelt quillt,
um das Volk am Leben zu erhalten.
Auch am Himmel setztest du einen Nil,
daþ er herabflute und die Ackerkrume tränke.
Du schuftest die Jahreszeiten, um deine Werke zu vollbringen,
den Winter, um zu kühlen,
die Sommerhitze, damit sie dich kosten.

Den fernen Himmel hast du gemacht,
um an ihm aufzugehen,
um all das zu schauen, was du allein schuftest.
Alle blicken zu dir, Sonne des Tages.
Die Sonnenscheibe Aton

GOETHE ÜBER DIE AMARNAZEIT

Die Sonne ist eine Offenbarung
des Höchsten, die mächtigste, die
uns Erdenkindern wahrzunehmen
vergönnt ist. Ich bete in ihr
das Licht und die zeugende
Kraft Gottes an, wodurch allein
wir leben und alle Pflanzen
und Tiere mit uns.


Der Atonkult:
Die ersten religiösen Strömungen lassen sich ab ca. 4500 v.Ch. im Niltal erkennen. Es handelt sich hierbei um die Badarian-Religion, die nach ihrem Fundort el-Badari benannt wurde
Im Alten Reich (3000-2100 v.Chr.) entwickelten sich die Hieroglyphen und der Nilkalender; die Cheopspyramide ist der Höhepunkt der Baukunst. Der Kult des Sonnengottes Re wurde Staatsreligion, und die Pharaonen erklärten sich zu "Söhnen der Sonne". Die Pharaonen strebten immer mehr Macht an, Adel und Priesterschaft leisteten aber genug Widerstand, um die Alleinherrschaft der Pharaonen zu vermeiden.
Im Mittleren Reich (2100-1650 v.Chr.) entschlossen sich die Pharaonen nicht mehr ihre Macht in den Vordergrund zu stellen, sondern sie verschönerten ihr Reich durch Anlegung von Straßen, durch Verbesserung der Landwirtschaft und der Verwaltung und durch Anlegung von Getreidespeichern.
Tutmosis III (1490-1436 v.Chr.) strebte im Neuen Reich (1551-1070 v.Chr.) die größte Machtausdehnung an, und die Reform des Pharao Echnaton wird ein bedeutsames religiöses Ereignis des Neuen Reiches (1551-1070 v.Chr.). Sie knüpft teilweise an die Verehrung des Gottes Re in Heliopolis (die Sonnen- stadt, heute Kairo) an, sie gilt aber am meistem dem Gott Aton. In der deutschen Übersetzung heißt Echnaton "es gefällt dem Aton". Diese Reform ließ die Jenseitsvorstellung von Osiris außer Betracht, sogar gegen Widerstand der Priesterschaft schaffte der Pharao alle Götter ab und erklärte die Sonnenscheibe Aton zum alleinigen Gott. Echnaton verließ schließlich das "götzendienerische" Theben (die damalige Hauptstadt) und baute sich in Mittelägypten die neue Hauptstadt El Armana. Seine Reform spaltete das Volk in Anhänger der alten und der neuen Religion; er schuf sich damit gefährliche Feinde. Wegen der Vernachlässigung von staatlichen Aufgaben durch Echnaton (1364-1347 v.Chr.) kam es zum schnellen Verfall dieser religiösen Vorstellung. Der darauffolgende Pharao Tut-Ench-Amun kehrte wieder zum ursprünglichen Glauben und zur alten Hauptstadt zurück.
Im Laufe der Zeit fallen immer mehr feindliche Völker, wie z.B. die Nubier, die Perser und die Araber, in Ägypten ein und erobern ganze Landstriche.
Durch die viele Tierverehrung in der Spätzeit zerfiel die Ägyptische Religion fast, und durch die Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen erlosch sie ganz. Doch einige Gottheiten, vor allem Isis und Osiris, behielten und vergrößerten noch ihre Bedeutung danach.
Zuletzt wird Ägypten römische Provinz (30 vor Chr.).

DANKLIED AN AMUN; VON EINEM ARBEITER AUS THEBEN
Du bist Amun, der Herr des Schweigenden, der auf den Ruf des Armen herbeikommt. Ich schreie nach dir in meiner Bedrängnis - und du kommst, damit du mich rettest, der ich in Not bin. Du bist Amun-Re, der Herr von Theben, der den in die Duat Geworfenen . Wahrlich du bist der (Erreter). Ruft man nach dir, so kommst du von ferne herbei. [Roeder, Urkunden zur Religion, Seite 53]

LOBLIED AUF AMUN, VON DEM MALER MERISEKHMET
Preis dir, Amun-Re-Atum-Harachte, der spricht mit seinem Mund und es entstehen Menschen, Götter, Herden, alle insgesamt. Und was da fliegt insgesamt. Du hast die Länder geschaffen und allen Überfluß, die Menschen sind in den Städte angesiedelt und die nutzbringenden Pflanzen sind schwanger vom Überschwemmungswasser und hernach gebären sie. Alle guten Dinge, ohne Zahl, gehen daraus hervor als Lebensunterhalt für die Lebenden.
Stark bist du als Hirte, indem du dies alles bewachst, immerdar. Es werden die Leiber gefüllt mit deiner Schönheit, wenn die Augen dich betrachten und die Ehrfurcht vor dir ist in allen Menschen und ihre Herzen dir zugewandt sind. Vollkommen bist du jetzt zu jeder Zeit. Die ganze Menschheit lebt auf, wenn sie dich erblickt. Jedermann sagt zu dir, wir sind dein, der Starke und der Schwache mit einer Stimme, sowie der Reiche und der Arme, sie sagen es mit einem Munde. Alle Welt spricht. Deine Süße ist in allen Herzen und niemand entbehrt deiner Vollmacht. [Übertragen von Dieter Jankuhn]
Die Priesterschaft:
In Ägypten besteht die Möglichkeit Priester zu werden, wenn der Vater Priester ist und wenn man von dem Pharao für das Amt bestimmt wird. Ein Priester ist bestimmten Beschränkungen unterstellt: er muß spezielle Kleidung tragen, er muß sich am ganzem Körper rasieren, er muß jeden Tag viermal baden und er muß auf sexuelle Enthaltsamkeit während der Zeit des Gottesdienstes achten. Diese Beschränkungen sind aber in der übrigen Zeit nicht gültig. Auch Frauen können, außer den Männern, die Priesterschaft erlangen.
Pflichten eines Priesters sind: er muß die Opfergaben den Göttern vorgelegen, andere Einnahmen (sie werden auch Opfer genannt) müssen an das Tempelpersonal als Entlohnung vergeben oder gegen andere Dinge eingetaucht werden, doch im Vordergrung stehen die Gottesdienste und die Totenbestattung. Priester sind auch bei der Mumifizierung anwesend, dabei überwachen sie die Arbeit oder sie verbrennen Weihrauch. Oft tragen die Priester bei bestimmten Anlässen Tiermasken, damit sie den Gottheiten ähneln.
Es gibt Priester in den Tempeln, in der Armee und es gibt Vorlesepriester. Vorlesepriester betreiben legitime (oder weise) Magie. Sie gehören zu der Hauptschicht, da sie lesen und schreiben können. Am Anfang waren die Priester die Stellvertreter der Götter, später wird der Pharao der Stellvertreter der Gottheiten. Seit dem Zeitpunkt sind die Priester die Bewahrer der geistigen Kultur. In der Spätzeit wird die ägyptische Bevölkerung regelrecht von den Priestern regiert. Aber nicht nur Priester, sondern auch Priesterinnen haben große Macht: die Priesterinnen des Gottes Amun werden als "Braut des Königs der Götter" verehrt. Normalerweise sorgen die Priesterinnen während eines Gottesdienstes für rituelle Musik; sie schütteln ihre heiligen Rasselinstrumente (die Sistren) oder ihre Halsketten, die reich mit Perlen versetzt sind.
Auch unter der Priesterschaft gibt es verschiedene Rangordnungen: an der Spitze steht der Hohepriester. Er kontrolliert den riesigen Besitz an Ländereien und die Schätze des Tempels. Danach kommen die vier "Gottesdiener"; man nennt sie "Erste" bis "Vierte" Priester. Priester der unteren Klassen werden als "Gottesväter" oder "Wab" (die Reinen) bezeichnet, sie müssen im Tempel monatsweise Dienst erledigen, für das Tempeleigentum sorgen und die Verwaltungsakten führen.
Eigentlich sollte der Pharao die Pflichten eines Oberpriesters in allen Tempeln übernehmen, da er nicht die Zeit besitzt, wird sein Platz gewöhnlich von dem Hohepriester eingenommen.
DIE TIERVEREHRUNG
Schon Fremde wurden von der Tierverehrung der Ägypter beeindruckt, doch erst in der Spätzeit (730 v.Chr.) nimmt die Tierverehrung riesige Ausnahmen an. Die Tiere werden sogar angebetet, mumifiziert und dann in Gräbern beigesetzt. Es entstehen regelrecht Tierfriedhöfe und es gilt als eine gute Tat für ein Tierbegräbnis zu zahlen. In der Wüste nördlich von Saqqara entstand eine ganze Stadt, in der nur Tiere angebetet wurden. Die Ägypter mumifizieren ihre heiligen Tiere mit derselben Sorgfältigkeit wie ihre Menschen, sie werden auch zu ihrem "Herrn" mit ins Grab gelegt. Die meisten Tiere mumifiziert man aus religiösen Gründen: sie sind Götterboten. Viele Götter verknüpft man mit einer oder mit mehreren Tierarten, denen man ähnliche Eigenschaften zuspricht. Die Kuh, die z.B. für ihr Kalb sorgt, verbindet man mit Hathor, der Göttin der Liebe und der Mutterschaft. Es kommt auch vor, daß in einer Stadt eine bestimmte Tierart als heilig gilt, z.B eine Fischart. Diese Tiere werden dann von den Ägyptern wie ihre eigenen Augäpfel behütet und gefütert. In der nächsten Stadt steht diese Tierart täglich auf dem Speiseplan
Die meisten Tiere werden in Memphis angebetet, das berühmteste von ihnen ist der Apis-Stier, der für den Gott Phat in einer Katakombe beigesetzt wurde.In der Nähe befinden sich auch Friedhöfe von Ibissen, Pavianen, Hunden oder Schakalen, Katzen und Widdern. Fische, Schlangen und Krokodile werden oft in den anderen Regionen von Ägypten verehrt.
Die Verehrung von Tieren bezeichnet man auch als Zoolatrie.
DER GÖTTERKULT IM ALTEN ÄGYPTEN
Es ist unmöglich die Ägyptischen Gottheiten in bestimmte Kategorien einzugliedern. Man muß auch beachten, daß mit der Zeit immer mehr neue Götter dazukommen. Daher hat man sie in Staats-, Orts-, und Universalgötter unterteilt.
Ein Staatsgott wird in mehreren Orten verehrt, Staatsgötter sind z.B. Phat und Re (auch Amun-Re oder Re-Harachte genannt). Ein Ortsgott ist immer mit einer bestimmten Stadt verbunden und teilt deren Schicksal. Die Universalgötter sind mit einem Kultort verbunden, ihnen werden auch Tempel errichtet, meistens aber sind sie Schutzgötter.
Ortsgötter können sich sowohl zu Staatsgöttern als auch zu Universalgöttern avancieren - und umgekehrt. Es kommt auch vor, daß sich Mischgottheiten bildeten. Sie konnten sich aus mehreren Göttern zusammensetzen, zum Beispiel Phat-Sokar-Osiris; diesen Prozeß bezeichnet man als Synkretismus. Anderseits geraten viele Gottheiten auch in Vergessenheit und werden teils durch stärkere Götter aus anderen Städten ersetzt
Die Ägypter verehren Hunderte von verschiedenen Göttern und Göttinnen, oft kann man sie voneinander kaum unterscheiden. Die Götter unterschieden sich nur durch ihren Tierkopf, meistens besitzen sie einen menschlichen Körper. Jeder der 42 ägyptischen Gaue (größerer Verwaltungbezirk) besitzt einen eigenen Gott und mehere Nebengötter. Die Schutzgötter sind in fast jedem Gau gleich, z.B. die Göttin Taweret - die Schutzgöttin der schwanderen Frauen.
A: DIE BEKANNTESTEN ORTSGÖTTER
HORUS
Horus, auch Horos gennant, besitzt seine Hauptkultstätte im Nildelta in der Stadt Behtet (das heutige Damanhur). Nach der Gründung des Nordreiches wurde er Staatsgott, während im Südreich (das Delta) Seth, der Bruder und Mörder seines Vaters, Schutzgott wurde. Als Unter- und Oberägypten vereint wurden, bildeten sie beide Schutzgötter des Reiches. Mit der Zeit trat Horus aber immer mehr in den Vordergrund als Hauptgott. Die ihm heiligen Tiere sind der Sperber und der Falke, deshalb findet man ihn ofters als Mensch mit Falken- oder Sperberkopf. Er ist der letzter Gott, der über Ägypten als Pharao herrscht, daher identifizieren sich viele Pharaonen mit ihm. In den Städten Kus und Kom Ombo heißt Horus "Haroeris", was "Horus der Große" bedeutet, in Dendera und Edfu wird er "Harsomtus" (Horus der Vereiner beider Länder) genannt.

SETH
Ursprünglich war Seth der Gott des Hundesternes, der den Ägyptern den Segen und die Nilüberschwemmungen bringt, daher wird er hochverehrt. Als doch der Osiriskult aufkam, wurde der Hundestern dazu bestimmt, der Töter der Natur durch trockene Hitze zu sein. So wurde Seth der Gott der Wüste und des Wüstenwindes. Seth ist der Stadtgott von Kom Omba in Oberägypten und später wurde er Reichsgott von Oberägypten. Er wird auch als Schutzgott der Fremden und Feinde des Landes angesehen; dadurch wurde er in der 22. Dynastie aus dem Götterhimmel verbannt. Er wird als Mensch mit Eselkopf dargestellt.

THOT oder TOTH
Er ist der Gott der Weisheit, des geistigen Lebens, des Denkens, des Lehrens und des Schreibens. Sein Name wird von dem ägyptischen Wort "Thoyth" abgeleitet, es bedeutet soviel wie "Säule"; die Säule ist in Ägypten das Symbol der Wissenschaft. Thot soll auch der Erfinder der Hieroglyphenschrift gewesen sein, er wird als Mensch mit Ibiskopf dargestellt.

HATHOR
Sie ist die Göttin der Freude und der Liebe, aber auch des Glücks, des Tanzes und der Musik. Sie wird auch oft als Himmelsgöttin und Schutzheilige von Dendera angesehen. In der bildlichen Darstellung erscheint sie entweder als Kuh, als Frau mit Kuhkopf oder als Frau, die auf dem Kopf Hörner mit dazwischenliegender Sonnenscheibe trägt. In manchen Städten wird sie als Schicksalsgöttin dargestellt; sieben Hathoren bestimmen das Schicksal eines jeden neugeborenen Kindes. In Theben ist sie die Herrin der Totenstadt.

PTAH
Er ist Stadtgott von Memphis, Menes (der erste Pharao von Ägypten) soll ihm einen prächtigen Tempel erbaut haben. Man vermutet, daß der Name "Ptah" aus Phönizien stammt, dort bedeutet der Name soviel wie "der Eröffner". Er soll alle Dinge der Welt erschaffen haben, indem er ihnen Namen gab. Er ist Gott der Handwerker und Künstler, er ist auch Vorsteher der sieben Planeten. Man stellt ihn als Mumie mit geschwungenem Bart und kahlem Kopf dar, er wird aber auch als Zwerg mit Osiris-Peitsche verbildlicht. Käfer, Geier, Löwen, Schafe und der Apis-Stier sind ihm heilig. Ptah ist mit der Kriegsgöttin Sechmet verheiratet und zeugte Imhotep.

NEITH
Sie ist die Göttin von Sais in Unterägypten, ihre Priester standen in einem so hohem Ruf der Weisheit, daß die ersten Männer Griechenlands zur Ausbildung zu ihnen kamen. Auf einem Tempelbild der Göttin ist zu lesen: "Ich bin alles, was war, was ist und was sein wird, und meinen Schleier hat noch niemand gelüftet". Es wird gesagt, daß die Göttin von mannweiblicher Natur ist. Sie wird oft mit Pfeil und Bogen und der unterägyptischen Krone dargestellt, daher wird sie auch als Kriegsgöttin angesehen. Nicht nur die Ägypter verehren sie, sondern auch die Libyer.

B: DIE BEKANNTESTEN UNIVERSALGÖTTER
ISIS
Isis ist die Personifikation der fruchtbaren Erde und sie ist Schutzgöttin der Kinder. Sie wird mit Gerste und Weizen in Verbindung gebracht, bei den Ägyptern ist es ein Brauch, die zuerst geschnittenen Ähren der Göttin Isis zu weihen und dabei sich an die Brust zu schlagen. Isis hat Gesetze erlassen, sie hat die gesetzlose Willkür und Gewalt unter Strafe gestellt. Dazu ist sie noch Mondgöttin, Erdgöttin, Göttin der Unterwelt und sie ist Beherrscherin des Wassers und der Seefahrt. Sie stellt die Erfinderin der Heilkunst dar. Sie ist Göttin der Geburtshilfe, Gründerin des Staates und der Religion, Göttin der Ehe und der Gerechtigkeit. Durch die Ptolemäer verbreitet sich ihr Kult über die gesamte griechische und römische Welt.

OSIRIS
Osiris wird in allen Landesteilen von Ägypten verehrt, er ist ursprünglich Naturgott gewesen, da er aber gestorben ist, ist er Herrscher und Richter des Totenreiches geworden. Das Auge und das Zepter sind die Osirs-Symbole, der Apis-Stier ist das Bild seiner Seele. Anderseits kann das Auge auch die Sonne und den göttlichen Geist, das Zepter die Herrschaft, der Stier das Leben und seine schwarze Farbe die Erde und die Unterwelt symbolisieren. Von Heliopolis ging der Osiris-Kult aus, durch seine Priester wurde er ein Staatsgott. Osiris soll auch die Gesetze und den Pflug erschaffen haben.

ANUBIS
Anubis wurde von Nephtys und Osiris gezeugt, letzterer dachte, daß er mit Isis sein Lager teilte. Anubis wurde von seiner eigentlichen Mutter ausge- setzt, aber später von Isis erzogen. Er half Isis nach der Ermordung von Osiris dessen Leichenteile wieder zusammenzusetzen. In der mythologischen Abbildung wird er als Mensch mit Hundekopf dargestellt. Er wird als Gott der Bestattung verehrt, in Oberägypten ist er Stadtgott.

IMHOTEP
Imhotep ist ein vergöttlichter Beamter des Pharao Djoser. Er ist Schutzherr der Schreiber, Heilgott und Zauberer. Er wird als unehelichen Sohn von Phat und seiner Frau angesehen.

BES
Bes ist ein Zwerg mit einem maskenhaften Gesicht, Federkrone und Löwenmähne. Er ist Gott der Familie, Schutzherr schwangerer Frauen und allgemeiner Glücksbringer; er wird mit Musik in Verbingung gebracht. In Abydos wird er als Orakelgott verehrt, dessen Oraken von Priestern in versiegelten Briefen weitergegeben wird.

C: RE, DER SONNENGOTT
Fast überall in Ägypten ist der Sonnengott Re die wichtigste Gottheit, obwohl er verschiedene Formen annehmen kann: Am Morgen kann er der Skarabäus Chepri sein, der die Sonnenscheibe über den östlichen Horizont rollt; mittags wird die Sonne zu Re-Harachte, dem großen, im Himmel schwebenden Falken. Re ist für die Schöpfung der Menschen und Tiere, des fruchtbaren Bodens und der Fahrt des Königs durch die Unterwelt verantwortlich. Als Amun-Re ist er der König der Götter geworden, er beschützt den Pharao, wenn dieser einen Feldzug führt, oder wenn der Pharao auf die Jagd geht. Er wird oft mit dem Schüpfergott Atum und der Harachte zu Re-Harachte-Atum verbunden. Re wird später, neben der Sonnenscheibe Aton, Hauptfigur des Sonnenkultes.
Wandmalerei aus dem Grab des Pharao Sethos I.: der König überreicht Re (hier als Re- Harachte) Opfergaben, die ihm Leben und Macht verleihen sollen, was durch die Hieroglyphen symbolisiert ist.

D: AMUN ODER AMMON
Ursprünglich heißt Ammon "Amun" und ist Gott der Herden und Weiden, deshalb wird er häufig mit Widderhörnern dargestellt. Sein Hauptkultort ist Theben, er wird aber auch in Äthopien verehrt. In Mittel- und Unterägypten wird Amun als Apis-Stier angesehen, sein Kult breitet sich von Theben bis zur Oase Siwah in der libyschen Wüste aus. Hier lernen die Griechen und Römer seinen Kult und verehren ihn als Ammon-Jupiter. Amun wird auch als Widder als Sternbild im Tierkreis verehrt. Als Amun-Re wird er als Staatsgott verehrt.
DER AMUN TEMPEL IN KARNAK
Der Amun Tempel in Karnak ist der größte und reichste Tempel in ganz Ägypten. Er umfaßt eine Fläche von 12000 m^2 (1500x800m) und wurde nach der Stadt el-Karnak benannt; früher hieß er Ipet-isut ("der vollkommenste Ort". Mit dem Aufstieg Thebens zur Hauptstadt Ägyptens nehmen der Ruhm und der Reichtum des Tempels noch zu, über lange Zeit hinweg ist er der bedeutsamste religiöse Kultstätte des Landes.

DER PHARAO ALS GOTT
Der Pharao stellt bei den Ägyptern als der Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern dar. Sie glauben, daß in dem Pharao eine Gottheit wohnt, deswegen ist der Pharao vollkommen. Zu Lebzeiten wird der Pharao mit dem Gott Horus gleichgestellt, oftmals wie Horus über Seth siegt. Wenn der Herrscher stirbt, wird er mit Osiris gleichgesetzt. In anderen Mythologieformen verschmilzt der Pharao nach dem Tod mit Re.
Götterbünde:

Götter werden oft nicht nur einzeln verehrt, sondern sie bilden verschiedene Gruppen wie z.B die Götterneunheit. Diese Göttergruppen werden meist mit einer Kultstadt verbunden, sie besitzen manchmal sogar einen eigenen Schöpfungsmythos.
A: DIE GÖTTERNEUNHEIT VON HELIOPOLIS
Die Götterneunheit von Heliopolis ist ein systematisch zusammengefaßter Kreis von ägyptischer Götter. An der Spitze steht der Gott Atum (das All). Weitere Götterpaare sind: Schu und Tefnut, Geb und Nut, Osiris und Seth, Osiris und Nephthys.
B: DIE GÖTTERNEUNHEIT VON HERMOPOLIS
Die Götterachtheit von Hermopolis ist der Götterneunheit gegenüberstehendes System von Göttern. Die Götterachtheit trägt einen spekulativen Charakter. Sie besteht aus vier Paaren, die die Urmächte verkörpern. Dazu gehören: Nun und Naunet (die Urgewässer), Huh und Hauhet (die Endlosigkeit), Kuk und Kauket (die Finsternis), Amun und Amaunet (die Unsichtbarkeit). Bei allen Göttern handelt es sich um Frösche und Schlangen. Sie hatten ein Ei gezeugt, das auf einer Anhöhe über dem Urozean Nun lag. Aus diesem Ei ist die Sonne geboren worden, die später die Welt erschaffen und eingerichtet hat. Seitdem wird der Nun als "Vater" oder "Schöpfer" bezeichnet.
C: GÖTTERTRIADEN
In Verbindung mit einer Stadt oder einem Tempel bilden jeweils drei Götter eine Göttertriade. Sie besteht aus zwei "erwachsenen" und einer "judendlichen" Gottheit. In einer Triade sind Götter nur "lose" verbunden, eine Gott kann sich z.B. dazugesellen oder die Gottheiten wechseln in eine andere Triade. Ein typischen Beispiel für eine Triade ist die thebanische Triade, die aus Amun-Re, Mut und Chons besteht. Sie werden im Haupttempel von Karnak verehrt; obwohl sie eine Familie bilden, ist weder Mut die Gemahlin des Amun-Re noch Chons das Kind von beiden. Diese Gottheiten stammen aus unterschiedlicher Herkunft, sie sollen aber die Familie als kleinste Einheit symbolisieren.
FESTE ZU EHREN DER GÖTTER
Die Ägypter lieben Feste, oft werden diese auf Wandmalereien dargestellt. Sie singen, tanzen, essen und trinken gerne; die Feiern zu Ehren der Götter sind Festtage, an denen jeder teilnehmen und sich amüsieren kann.
EIN FEST FÜR BES
[Der Bes-Kult ist mit Feiern und Spaß verbunden, die Innenwände von Häusern sind oft mit dem Bild des Gottes bemalt]
Am Tag des Festes arbeitet niemand, die Leute stehen entweder entlang der Straße oder sie befinden sich auf den Dächern ihrer Häuser. Vom Tempel her beginnt der Umzug, der später durch die Straßen der Stadt führt. Er wird von Tänzern angeführt, die Masken der Gottheiten Bes, Toetris und deren Gefolge tragen. Dazu schlagen sie Tamburine und musizieren mit Klappern. Oft folgen die Anwohner der Stadt dem Zug, sie begleiten die Tänzer mit Gesang; die Kinder springen um den Umzug herum. Dabei wedeln die Stadtbewohner mit grünen Palmenzweigen.

DAS OPET-FEST
Jedes Jahr findet das Opet-Fest zu Ehren des Gottes Amun um die Mitte der Überschwemmungszeit statt. In vier Barken werden die Götterbilder Amuns, seiner Gattin Mut, seines Sohn Chlons und des Pharao nilaufwärts aus Karnak eingeschifft. Vom Nil bis zum Tempel werden sie von Priestern getragen; Soldaten, Tänzer und Musiker begleiten den Zug. Im Tempel, wo die eigentliche Zeremonie stattfindet, haben nur die Priester Zutritt.

DAS "NEUJAHRSFEST"
Gemäß den vorgeschriebenen Riten opfert man Hapi, dem Nilgott, Statuen, Schmuck und Amulette aus Gold, Kupfer und Lapislazuli. Mit diesen Gaben dankt man Hapi für Wiederkehr der fruchtbaren Nilschwelle. Aber auch Sothis (der Name des Sternes Sirius) wird bei dieser Feier verehrt; Sothis stellt gleichzeitig auch die Verkörperung der Göttin Isis dar, er erscheint zu Beginn der Überschwemmung am Horizont. Zum Neujahrsfest werden oft Ampullen aus Fayence mit der Aufschrift "Ein gutes Jahr" verschenkt.

DAS FEST DER EWIGKEIT
Es wurde ursprüngliche in Unterägypten für den Pharao gefeiert, doch im Mittlerem Reich ist es auch Bestandteit des Totenrituals der Vornehmen. Der Verstorbene wird von Muu-Tänzern zu seinem Grab begleitet, die Tänzer tragen charakterische Kopfbedeckung aus Papyrusstengeln und schreitten an der Spritze des Leichenzuges. Durch dieses Ritual wird der Verstorbene in die Nekropole (Grabstätte) seiner Ahnen empfangen.
DAS LEBENSZEICHEN "ANCH"
Die Hieroglyphe "anch" oder "ankh" steht in der deutschen Übersetzung für das Leben. Die Hieroglyphe ist ein Logogramme, d.h. sie steht nicht für einen Buchstaben, sondern für ein ganzes Wort. Sie entwickelt sich zu einem Symbol, daþ nur Könige, Königinnen und Götter tragen dürfen. Das Lebenszeichen "Anch" soll andeuten, daþ sein Träger die Macht hat, Leben zu schenken und Leben zu nehmen
Der Mythos spielt in der Religion Ägyptens keine besonders große Rolle wie z.B. in Griechenland. So sind zwar einige Götter durch Mythen definiert, andere jedoch sind an Städte gebunden oder in Gruppen eingeteilt. Viele Gottheiten haben auch eine enge Verbindung zu einem Aspekt der Welt, so z.B Re zu der Sonne oder Hathor zu den Frauen. In besonderen Zusammenhängen können viele Götter dieselben Merkmale besitzen, während für den einzelnen Gläubigen irgendein Gott eigentlich alle Kennzeichen von Göttlichkeit annehmen kann.
VERSCHIEDENE MYTHEN
Zu den wichtigsten Mythen gehören auf jeden Fall die Schöpfungsmythen, doch sind die unterschiedlichen Versionen ganz verschieden. Meistens wird dem Sonnengott Re den Vorzug gegeben, außer ihm gibt es noch den Schöpfergott Atum (das All). Auch waren die Ägypter unterschiedlicher Ansicht, was die Entstehung der Menschen betrifft: entweder entstanden sie aus den Tränen das Sonnengottes oder sie wurden von Chnum aus Lehm geformt. Der am Anfang aufgeführte Schöpfungsmythos ist der Allgemeinste, jedoch gibt es einige Abweichungen. Er wurde in Griechenland von Plutarch im 1. Jahrhundert n.Chr. überliefert - es ist nicht bekannt, was wirklich authentisch ägyptisch ist.
Wesentlich "ägyptischer" ist der Mythos von dem Sonnenzyklus: Der Sonnengott wird jeden Morgen neu geboren, er überquert den Himmel in einem Sonnenboot, abends altert er und stirbt schließlich. Nachts reist er in einem Zyklus der Wiedergeburt durch die Unterwelt. Auch bei diesem Mythos gibt es eine große Fülle verwandter Vorstellungen, die meisten erweitern aber den Urmythos: Re wird auf seiner Reise von Gottheiten begleitet; das Boot wird von Schakalen gezogen; wenn der Sonnengott aus der Nacht auftaucht jubeln alle Götter und Göttinnen. In einer unterschiedlichen Variante findet man den gleichen Mythos auch in der Jenseitsvorstellung.
Neben den oben vorgestellten Mythen gibt es noch viele Göttermythen z.B. "Isis und Re" oder "Die Vernichtung des Menschengeschlechtes"; beide handeln von dem körperlichen Verfall und die daraus entstehenden Folgen für das Königtum des Gottes am Ende des Uranfangs auf Erden. Typisch für ägyptische Mythen ist, daß der normale Mensch nicht in Erwähnung gezogen wird, sondern daß sie nur von Göttern handeln.

WIE STELLEN SICH DIE ÄGYPTER DAS LEBEN IM JENSEITS VOR?
In der Totenwelt geht es wie im gelebten Leben zu: jeder verrichtet die Arbeit, die er zu Lebzeiten verrichtet hat. Der Tote konnte, anstatt selbst zu arbeiten, seine Uschebtis arbeiten lassen. Uschebti bedeutet in der dt. Übersetzung soviel wie "Antworter". Sie sind Grabbeigaben und gehören zu den zahlreichsten erhaltenen Altertümern Ägyptens. In einem Grab kann man bis zu 700 von ihnen finden.

Ein noch größeres Vergnögen als das Arbeiten ist die Reise mit dem Sonnengott Re. Man fährt mit ihm in der "Tagesbarke" über den Himmel und mit der "Nachtbarke" durch die Unterwelt. Dabei sitzt der Tote entweder Auge in Auge mit dem Gott in dessen goldenem Königsschiff oder er begleitet ihn in seinem eigenem Boot. Diese Götterreise durch den blauen Äther und das in Chaos und Dunkelheit erstarrte Reich der Unterirdischen, das jedesmal im Glanz des Sonnengottes jubelnd zu neuem Leben erwacht, stellt für den Ägypter die höchste Seligkeit dar. Diese Seligkeit wird auch in einem alten Hymnus besungen:
"Er (der Verstorbene) besteigt das Schiff Res, und alle Götter jauchzen, wenn er naht. So wie sie jauchzen, wenn Re selbst naht, wenn er im Osten emporsteigt - in Frieden, in Frieden."

Für die Ägypter stellte dieser Tod nur das erste Stadium dar. Das zweite Stadium, das die vollkommene Auslösung bedeutet, galt es unter allen Umständen zu vermeiden. Hat jemand aber doch das zweite Stadium erreicht, wird das Opfer nicht ganz beseitigt, sondern der "zweimal Tote" wird in den unteren Registern des Totenbuches dargestellt, wie er Bestrafungen erhällt.

NUT UND IHRE KINDER - DER MYTHOS VON DEN MONDPHASEN UND DEM ÄGYPTISCHEN KALENDER (teils Schöpfungsmythos)
Vor langer Zeit lebte Re auf der Erde und regierte in Ägypten als Pharao. Er wohnte in dem größten Palast und wurde von allen Menschen angebetet. Re verbrachte seine Zeit mit Spielen, glänzenden Festen und er jagte die gefährlichsten Tiere.
Ein Höfling belauschte zufällig ein Gespräch im Palast und erfuhr, daß der Sohn der Göttin Nut eines Tages Pharao in Ägypten sein wird. Er meldete es Re, der sogleich in heftige Wut geriet, da er Angst hatte, auf seinen Thron verzichten zu müssen. Re ging in seine Gemächer und schwor sich, daß niemand ihn von seinem Thron vertreiben kann. Er überlegte wie er sich schützen kann und sprach einen Fluch aus: "Dies ist mein Fluch über Nut: das ganze Jahr über soll es ihr nicht vergönnt sein, ein Kind zur Welt zu bringen".
Kurze Zeit später wußte jeder Gott von diesem Fluch und Nut bedauerte es, denn sie hatte sich sehnlichst Kinder gewünscht. Sie wandte sich an Toth, der zauberkundigste und weiseste unter allen Göttern. Toth versprach Nut zu helfen und überlegte, wie er den Fluch von Re brechen könnte. Toth wußte, daß Khonsu, der Mondgott, der beste Senet Spieler ist und lud ihn zu einer Partie ein. Toth gewann mehrere Spiele und der unbesiegbare Khonsu forderte ihn zu weiteren Runden auf, wobei er jeweils um eine Stunde seines Lichtes wettete, wenn er verlieren sollte. Doch Toth meistere alle folgenden Partien und hatte gegen Ende des Spiels ganze fünf Tage Mondlicht gewonnen. Toth schob die fünf verdienten Tage zwischen das Ende des alten Jahres und den Beginn des neuen. Bis dahin bestand der ägyptische Kalender aus 12 Monaten mit jeweils 30 Tagen, insgesamt hatte das Jahr 360 Tage uns damit 5 Tage zuwenig. So brachte Toth nicht nur den Kalender in Ordnung, sondern half zusätzlich Nut.
Der Fluch von Re konnte in diesen 5 Tagen nicht Nut treffen, und so gebar Nut am ersten Tag Osiris, am zweiten Tag Harmachis, am dritten Tag Seth, am vierten Tag Isis und am fünften Nyphtys. Osiris heiratete Isis und wurde Pharao, er wurde aber von Seth getötet, der wiederum Nyphtys geheiratet hatte. Harmachhis wurde eine unsterblichen Sphinx.
Khonsu, der Mondgott, war von den vielen Spielen, die er alle gegen Toth verloren hatte, so erschöpft, daß er einen Teil seiner Kräfte für immer verlor. Von jenem Tag an konnte er nicht mehr alle Tage am Nachthimmel gleichmäßig leuchten. Mal leuchtet er mehr, mal leuchtet er weniger oder überhaupt nicht.

ISIS UNS OSIRIS - Fortsetzung von Nut und ihre Kinder (Schöpfungsmythos) DER MYTHOS VON DER EINBALSAMIERUNG
Osiris, der Sohn des mächtigen Gottes Seb und der Himmelsgöttin Nut, war ein Freund und Helfer der Menschen, er schenkte ihnen den Flug, die Gesetze, die Musik und verschiedene religiöse Bräuche. Er unternahm siegreiche Kriegszüge nach Asien, Indien und Arabien. Als er unterwegs war, schwor sich sein böser Bruder Seth, ihn zu vernichten.
Durch List und Zauberei lockte er Osiris in eine große Truhe, die Seth sofort verschloß und in den Nil warf. Verzweifelt suchte die Gattin von Osiris, Isis, ihren Mann. In der Nähe der Kiste von Syrien fand sie schließlich die Truhe mit der Leiche ihres Mannes. Sie suchte ein geeignetes Versteck für ihren Ehemann, aber sogar Seth fand das Versteck. Er zerschnitt die Leiche von Osiris in 14 Teile und verstreute sie über ganz Ägypten. Isis suchte alle Teile, und nachdem sie alle gefunden hatte, fügte sie sie mit Hilfe des Unterweltgottes Anubis zusammen. Damit der Körper haltbar war, balsamierte ihn Anubis ein. Die Mumie von Osiris wurde mit mächtigen Zaubersprüchen von Isis wieder zum Leben erweckt, Osiris konnte zwar nicht mehr auf die Erde zurückkehren, dafür wurde er aber Herrscher des Totenreiches.
Lange Zeit später gebar Isis ihm einen Sohn: Horus. Er wuchs im Nildelta auf, damit ihn Seth nicht finden konnte. Er wurde ein tapferer und mächtiger Krieger, der seinen Vater rächen wollte. Als er stark genug war, griff er Seth an, verfolgte ihn durch Ägypten und verletzte ihn schwer. Daraufhin wurde Horus Pharao von Ägypten, Seth war aber immer noch wütend und verklagte Horus vor dem Gericht der Götter. Seth warf Horus vor, daß er nicht der Sohn von Osiris sein könne, Horus wurde von Toth freigesprochen und Seth erhielt seine lang verdiente Strafe.

DER NACH TOTH ENTSTANDENE NILKALENDER
1 Jahr = 12 Monate a 30 Tage und 5 heilige Tage (Osiris, dem Herrscher des Totenreiches, geweiht)
26. Juni: "Tag der frohen Botschaft" Zusammenfall des Aufgehens der Sonne mit dem des Sirius. In 3-4 Wochen setzt die fruchtbare Nilschwelle ein.
Julimitte: Einsetzen der Regenzeit am oberen Nil. Die Wasser des Nils schwellen an.
Juli-Okt.: ÜBERSCHWEMMUNGSZEIT "Akhet", die Überschwemmung
Nov.-Feb.: ZEIT DER AUSSAAT "Peret", die Aussaat
Mrz.-Juli: ERNTEZEIT "Schemu", die Erntezeit Anf.Juli : 5 heilige Tage des Osiris

DIE AKHET JAHRESZEIT
Für die Ägypter beginnt das neue Jahr in der Akhet-Jahreszeit, ungefähr am 19. Juni. Während dieser Zeit schwellen die Ufer des Nils an; die Bauern müssen daher ihre Feldarbeit einstellen. Die Akhet-Jahreszeit ist auch die Zeit der vielen Feste und religiösen Feiern. Es findet das Neujahrsfest, das Opet-Fest und ein Fest zu Ehren der Göttin Bastet (die Katzengöttin) statt. Ziel dieses Festes ist die Stadt Bubastis. Die Bauern müssen während die Jahreszeit die Kanäle für die Bewässerung ihrer Felder erneuern oder ausbauen. Die Frauen müssen den Haushalt versorgen, Speisöen anrichten und die eigenen Vorräte kontrollieren.
DIE PERET JAHRESZEIT
Zu den wichtigsten Aktivitäten eines Bauern in der Peret-Jahreszeit (das Herauskommen oder das Abfließen des Wassers) gehören das Pflügen und die Aussaat. Der Bauer bearbeitet zuerst die höhergelegenen Böden, da diese schwerer zu bearbeiten sind. Der Pflug wird meistens von zwei Kühen gezogen, ein Knecht treibt sie an, an anderer streut die Saat aus. Die Bauern, die an den Ufer des Nils ihre Felder besitzen, haben es leichter, da es nicht notwendig ist, den Boden zuerst mit dem Pflug zu bearbeiten. Sie müssen nur die Saatgut auswerfen; der Pflug wird erst nach der Aussaat benutzt, um die Scholle umzuwenden und damit die Körner in den Boden gelangen.
Oft ist die Aussaat mit Zeremonien verbunden, die den Totenritualen entsprechen. Dem Gott Osiris wird ein Opfer gebracht, er stellt mit seiner eigenen Körperflüssigkeit die jährliche Wiedergeburt der Natur sicher. Das Entfalten der Saat bedeutet dann wieder den Sieg über den Tod. Zu diesem Glauben gehört die Totenklage, die beim Abschneiden der ersten Ähren gesprochen wird - die Ähren werden als die Körperteile des Gottes angesehen.

DIE SCHEMU JAHRESZEIT
Während der Schemu (die Trockenheit) Jahreszeit werden die Bauern aktiv, sie müssen ihre Früchte ernten, bevor die nächste Nilschwelle einsetzt. An der Tagesordnung steht die Weinlese, aus dem größte Teil wird Wein hergestellt. Mühsam ist auch das Schneiden und Dreschen des Getreides. Es wird zuerst in Nordägypten geerntet, dann in Südägypten. Da die Ernte mehrere Wochen dauert, organisiert der Staat oder die Tempel freiwillige Bauern, die in den Norden ziehen. Alle Leute müssen sich zu dieser Zeit auf die Felder begeben; die Frauen kümmern sich um die Ährenlese und die Kinder vertreiben Vögel. Das Getreide wird durch Esel gedroschen, die über es trampeln. Danach hacken die Bauern das Getreide mit langen hölzernen Stangen zusammen, um die Verunreinigungen mit einem Sieb zu entfernen. Schließlich wird die Ernte in speziellen Vorratsräumen gelagert, die durch Aufseher kontrolliert werden. Im März, dem ersten Monat der Schemu-Jahreszeit, wird nicht nur der Wein und das Getreide geerntet, sondern man schneidet auch den Flachs und die Hirse.

Die Ägypter vergleichen den Tempel mit einem menschlichen Wohnhaus, er ist in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt: in Diensträume, in das Allerheiligste, und in öffentliche Räume, in denen sich normale Menschen und die Gottheit treffen können.
DER KULTTEMPEL

Bei der Gründung eines Tempels ist der Pharao der eigentliche Bauherr, deswegen nimmt er auch an der Gründungszeremonie teil. Die Rituale "das Ein- schlagen der Pflöcke" und "das Spannen des Stricks" legen den heiligen Bereich des Tempels fest, zusätzlich muß der Pharao den Grungstein des Tempels setzen. In Erdgruben (den "Gründunsgruben" werden Arbeiterwerzeuge, heilige Statuen und Opfergaben niedergelegt, die das Gelingen des Baus sichern sollen. Da der Tempel ewig halten soll, verwendet man als Baumaterial Stein. Die schwierigste Arbeit fällt aber auf die Steinmetze und Dekorateure; besonders schwierig ist das Aufrichten der Obeliken und Säulen. Zuletzt werden die Tempelwände mit Götterbildern und den Portraits des Pharao bemalt. Um symetrische Figuren zu erhalten, wird zuerst ein Gitternetz angelegt, daß danach wieder entfernt wird. Zum Bau werden selten Sklaven, sondern freiwillige Arbeiter eingesetzt.
Die verschiedenen Tempel sind meistens am Nilufer entlang gebaut, ihre Eingänge liegen in der Himmelsrichtung Westen. Der Aufweg zum Tempel ist oft beidseitig mit Statuen von Spingen oder heiligen Tieren gechmückt. Diese Statuen sollen den Tempel schützen und behüten. Die Sphingen-Allee führt zu dem vorgelartem Platz am Eingang des Tempels. Auf ihm befinden sich meist zwei Statuen des Pharao, hinter ihen ragen zwei Obeliken in den Himmel hinauf. Der Eingang ist durch zwei Pylonen (Türme) gesichert, in denen Gütterfiguren eingemeiselt sind. Wenn man die Schwelle des Eingangs überschreitet, so gelangt man in den ummauerten Hof, der links und rechts jeweils Bogengänge aufweist. Dieser Bereich zählt zu den öffentlichen Bereichen des Tempels und ist wahrscheinlich für jederman betrettbar. An diesen Hof schließt eine überdeckte Säulenhalle (Hypostylos) an, die "Raum der Dienstbarkeiten" gennant wird. Dieser Raum enthält mehere rituelle Gegenstände, die für die Reinigung des Heiligtums (Sanktuar) benötigt werden. Das Heiligtum befindet sich hinter dem Hypostylos, es besteht aus einem zentral gelegenem Raum , indem sich der Schrein mit der Statue des Gottes steht. Es ist nur den Preistern des Tempels gestattet, das Heiligtum zu betreten.
Rechts der Tempelanlage ist oft ein "Heiliger See" angelegt, in dem sich die Preister wachen, bevor sie das Allerheiligste betreten. Das Haus des Priesters befindet sich hinter dem See, ein Tor führt zu den Lagerräumen und Getreidesilos. Daneben liegt das "Haus des Lebens", in dem Schriftgelehrte die wertvollen Papyrusrollen des Tempels studieren oder von denen sie Abschrieften anfertigen. Rechts des Tempels befindet sich die Tempelschule, in der die Söhne der Tempelangehörigen schreiben und rechnen erlernen können.
Jeder ägyptische Tempel ist nach einem bestimmten Grundschema angelegt, aber alle Tempel unterscheiden sich untereinander.

Legende:
1. Pylon
2. Innenhof
3. Sanktuar
4. Tempelschule
5. Haus des Lebens
6. Getreidelager
7. Haus der Priester
8. heiliger See
9. Statue des Pharao
10. Obelisk
11. Hypostylos
12. Spingenreihe
In den Tempeln werden nicht nur Gottesdienste oder Zeremonien abgehalten, sondern die Söhne der Priester können in der Tempelschule (wie oben vermerkt) schreiben und rechnen erlernen. Zu dieser Art von Schule werden nur Jungen und keine Mädchen zugelassen. Mädchen oder Jungen können in bestimmten Tempeln sich unter den Schutz einer Gottheit stellen lassen; - sie erlernen dort von dem Hohepriester oder der Hohepriesterin spezielle Praktiken, sie müssen aber auch Prüfungen bestehen, um weiter dem Tempel dienen zu können.
Viele Mädchen lassen sich unter den Schutz der Göttin Hathor stellen, dort lernen sie, wie man mit Männern umgeht, wie man sie massiert, wie man sie verführt ... etc. Bei einer Gruppe von ca. 30 Mädchen sind am Ende der Prüfungen noch ca. 5 übrig, die dann auch das Privileg besitzen, das Heiligtum zu betreten. Die restlichen Mädchen dienen dann immer noch im Tempel, sie verrichten aber untergeornete Arbeiten. Alle Teilnehmerinnen sind aber der Schweigepflicht unterworfen, d.h. Tempelangelegenheiten oder was sie erlernt haben, dürfen sie nicht weitersagen - es kann dann auch zu Strafungen kommen, im schlimmsten Fall wird das Mädchen persönlich von der Göttin Hathor bestraft. Bis man die endgültige Prüfung bestanden hat, kann es bis zu 10 Jahre dauern; die meisten Mädchen dienen in dieser Art von Tempel meistens ihr ganzes Leben.




VERSCHIEDENE ZEREMONIEN
A: OPFERGABEN
Die Opfergabe ist entweder ein Teil einer Zeremonie oder selbst eine. Opfergaben werden täglich eingesammelt, der Priester legt sie der Gottheit vor oder verbrennt sie für die Gottheit. Legt er die Opfergaben der Gottheit nur vor, so verspeist er sie aber am Ende der Zeremonie selbst.

GABEN AN DIE GÖTTER VON THEBEN
Ich füllte an seine Schatzkammer mit Schätzen der Länder Ägyptens, mit Gold, Silber, allen Edelsteinen zu Hunderttausend, seine Kornkammern vollgemessen mit Weizen und Gerste, Felder, Vieh, zahlreich sind sie wie der Sand der Flußufer. Ich habe ihm zinsbar gemacht das Südland wie das Nordland, dasLand Chenti, Djaha für es mit ihren Erzeugnissen, angefüllt mit Gefangenen, welche du mir gabst unter den neun Fremdvölkern als Rekruten welche ich schuf. Ich meißelte dein Bild, ruhend in seinem Innern, Amun verbunden ewiglich ist sein herrlicher Name, behängt mit echten Edelsteinen, wie der Horizont sich erhebt, entzückt ist man von seinem Anblick. Ich machte ihm Gefäße der Trankopfer von gutem Gold, die übrigen von Silber und von Bronze, nicht zu zählen. Ich machte zahlreich die Opfergaben, dargebracht vor deinem Antlitz, an Broten, Wein, Bier, Gänsen, Ochsen, Kühen, Kälbern, zahlreichem Vieh, Antilopen, Rehen, gebracht in sein Schlachthaus. [Eisenlohr,Zeitschrift für Ägyptische Sprache 11, 1873, Seite 51/52][Inschrift von Ramses III. am Tempel von Medinet Habu]

B: EIN KLEINER GOTTESDIENST
Nach dem Waschen und Rasieren betritt der Priester des Tempels das Aller- heiligste, er verbrennt Weinrauch und verrichtet seine Gebete. Anschließend öffnent er die Schreintür und entnimmt die Statue der Gottheit. Der Priester erfrischt sie mit Wasser, wechselt ihre Kleider und bietet ihr Nahrung an. Nachdem er die Statue wieder in der Schrein zurückgestellt hat, verwischt der Priester beim Verlassen des Allerheiligsten seine Spuren und den aufkommenden Dreck mit einem Besen weg. Meistens wird die Schreintür gleich wieder verschlossen, selten bleibt sie bis zum Abend auf.

C: DER PHARAO ALS GOTTESDIENSTLEITER
Zu Beginn des Ritus muß der Pharao zuerst sich und das Heiligtum reinigen, danach zündet er mit reinigender Flamme die Lampen und Weihraugefäße an. Dabei spricht er fogende Worte: "Seths Kraft verbirgt sich beim Anblick der Flammen". Nun betreten zwei Priester mit zwei Behältern, die mit geweihtem Wasser gefüllt sind, den Raum und entleeren diese symbolisch auf dem Haupt des Pharao. Mit diesem Ritual wird dem Pharao ein magisches Kraftfeld verliehen. Die Priester verlassen den Raum und der Pharao öffnet die versiegelte Tür der Naos (der Schrein, in dem die Statue der Gottheit steht). Während er die Flügel zum Naos öffnet, fügt er hinzu: "Die beiden Pforten des Himmels tun sich auf, die beiden Pforten der Erde sind aufgeschlossen". Die Götterstatue wird von den Lampen beleuchtet, die der Pharao angezündet hat, vor der er jetzt kniet und dem Gott heilige Worte ausrichtet: "Ich berühre die Erde und stimme die Gesänge an für den Gott, denn ich habe mich für ihn gereinigt. Ich liege hier vor dir, o Herr, und fürchte dich".
Meisten folgt an dieser Stelle ein Lobgesang, in dem der jeweiligen Gott gehuldugt wird. Nach dem Lobgesang bereitet der Pharao die Salbe für die Statue des Gottes vor zu, er vermischt das "Parfüm des Festes" mit Honig und reibt die Statue damit ein. Danach beweihräuchert er sie und sagt: "Die Harze kommen, das Parfüm kommt, der Rauch kommt zu dir, [Name des Gottes], Herr von [Name der Stadt]. Heil dir, Harz, heil dir, Weihrauch, und heil dir, Parfüm". Sobald der Herrscher die Beweihräucherung beendet hat, nähert er sich der Statue des Gottes und umarmt sie. Dieser Ritus soll die Seele des Gottes veranlassen, in die Statue, die ihn darstellt, zu fahren. Die Umarmung des göttlichen Abbilds durch den Pharao soll seinerseits diesen wesentlichen Augenblick des Kultes bestätigen.
Die Opfergaben werden jetzt auf dem Steintisch vor dem Naos verbrannt, danach wickelt der Pharao die Statue des Gottes mit weißen, grünen und roten Bändern ein. Diese Bänder werden mit der Göttin Teat in Verbindung gebracht, die mit ihren Bändern eine ganze Götterstatue einhüllen kann. Der Pharao streut nun Sand vor das Naos, um das ursprüngliche Gebirge ins Gedächnis zu rufen. Mindestens viermal umkreist er das Naos und verbreitet dabei das Parfüm der verbrannten Sman. Endlich verschießt er die Flügeltüren des Naos und versiegelt die Riegel. Das ganze Ritual muß als Tribut an die Dualität des Landes Ober-und Unterägypten wiederholt werden.

D: DIE KRÖNUNG EINES PHARAO
Vor der Krönung müssen sich die Priester sowie der Pharao einer gründlichen Reinigungszeremonie unterziehen, der Pharao muß ein weißes Gewand, einen falschen Bart und einen angebundenen Stierssschwanz (nur bei Anbetung des Gottes Phat, mit dem der heilige Apis-Stier verbunden ist) tragen. In den Händen muß er die Zeichen seiner Macht halten: das Hirtenzepter Haket (der Krummstab) und die Nemes (die Geißel). Die ganze Zeremonie ist in drei Teile eingeteilt und wird von dem Hohepriester des Tempels geleitet, die anderen Priester stehen im Halbkreis hinter ihm. Wie auch bei vielen Zeremonien verbrennt man viel Weihrauch, dessen Geruch die Aufmerksamkeit der Götter anregen soll.

Die erste Zeremonie wird "Kha-ni-sut-Kha-bit" - "Erscheinen des Pharao aus Oberägypten" und "Erscheinen des Pharao aus Unterägypten" - genannt. Die Wörter Nisut (Papyrus) und Bit (Biene) bezeichnen Ober- und Unterägypten, sie verweisen auf die ursprüngliche Teilung von Ta-Mery (Ägypten) in zwei Reiche. Dem Pharao wird zuert dir weiße Krone in Form eines Phallus (Oberägypten) aufgesetzt, danach die rote Krone in Form eines Gefäßes (Unterägypten). Anschließend führt der Priester beide Kronen ineinander.
Die zweite Zeremonie wird "Zema- tauy" - "Vereinigung der beiden Länder" - gennant. An einen Holzpfeiler werden von jeweils einer Seite entweder Lotos oder Papyrus angebunden, Lotos und Papyrus sind die Wappenpflanzen von Ober- und Unterägypten.
Die dritte Zeremonie heißt "Pekher-ha-ineb" - "Lauf um die Mauer". Der Pharao muß eine Shenu, eine komplette Runde, um den Tempel laufen, um als Pharao bestätigt zu werden.
Jeweils nach dreißigjährider Regierungszeit muß der Pharao erneut gekrönt werden, um seine Macht und seine Herrschaft zu erneuern. Dieses Ritual wird als "Jubiläumsfest Sed" bezeichnet und fällt mit dem Jahresanfang zusammen. In einem "Festhof" wird für die Götter Ober- und Unterägyptens eine Kapelle errichtet, während in dem "Festsaal" die Throne beider Länder aufgestellt werden. Den Göttern werden Opfergaben gebracht, und der Pharao wird erneut gekrönt. Der Pharao muß aber auch beweißen, daß er noch körperlich leistungsfähig ist: Viermal nacheinander (für jede Himmelsrichtung) vollzieht er einen rituellen Lauf, mit dem er Ägypten wieder in Besitz nimmt.

DER TOTEN- UND DER TALTEMPEL
Jede Pyramide gehört zu einer Grabanlage, bestehend aus Taltempel, Aufweg und Totentempel. Der Taltempel befindet sich direkt an den Ufern der Nils, er ist durch den Aufweg mit dem Totentempel verbunden. Hinter dem Totentempel folgt die Pyramide.
Der Verehrungstempel oder Totentempel ist der Ort für den Kultvollzug zu Ehren des verstorbenen Pharao. Der Kult besteht vor allem aus den Opfergaben, die vor eine der Scheintüren gelegt werden. Eine Scheintür stellt für den Toten das verbindende Glied zwischen der Welt der Lebenden und dem Jenseits dar. Ein Totemtempel enthält wie der normale Tempel auch ein Sanktuar, das aber nicht einer Gottheit, sondern dem Verstorbenem gewidmet ist. Im Taltempel wird der verstorbene Pharao einbalsamiert und auf seine "Beerdigung" vorbereitet.
Diese Art von Totentempel findet man hauptsächlich im Alten Reich (3000-2100 v. Chr.), im Mittlerem Reich (2100-1650 v.Chr) baut man den Totentempel als alleinige Tempelanlage, ohne Taltempel und Pyramide. Meistens befindet sich das Grab unter oder in der Nähe des Totentempels, bei den Gräbern handelt es hauptsächlich um Felsengräber. Diese Totentempel weichen auch von der ursprünglichen Tempelform ab: sie besitzen zwar einige Vorhöfe, diese sind aber in Etagen steigend angelegt.


Legende:
1. Die Pyramide
2. Der Totentempel
3. Der Aufweg
4. Der Taltempel

DER SONNENTEMPEL
Ein Sonnentempel besteht aus einem offenem Hof, in dessen Mitte ein Obelisk steht. Obelisken sind Sonnensymbole; der Name wird aus dem griechischen Wort "Spieß" abgeleitet. Die Spitze eines Obelisken wird Pyramidion genannt.
WARUM IST DER TOTENKULT SO WICHTIG FÜR DIE ÄGYPTER ?
Die Ägypter haben die Vorstellung, daß der Mensch mehr als sein Körper ist - für sie stellt der Mensch eine Einheit aus Körper und Seele dar. Im ägyptischen Glauben besitzt der Mensch nicht nur eine Seele, sondern drei:
Jedem Lebenden waren ein "ba" und ein "ka" beigegeben. Ba hat die Gestalt eines Falken mit einem Menschenkopf und ist eine Art Seele, die in dem Menschen wohnt, aber nach seinem Tod den menschlichen Leib verläßt. Ba besucht dann den Toten meist bei Nacht in seinem Grab. Ka entspricht etwa dem Schutzgeist des Menschen. Wie ba verläßt ka nach dem Tod den Menschen, steigt aber zum Himmel hinauf und zieht in Richtung Westen. Dort wird ka mit Nahrung und Trank von der Liebesgöttin Hathor empfangen. Nach einiger Zeit kehrt ka auf die Erde zurück und wohnt dann neben der Mumie "seines" Menschen im Grab. Das Grab wird bei der Rückkehr von ka auch "Haus des ka" genannt. Oftmals wird die ka-Seele auch als den leblosen Doppelgänger des Leibes bezeichnet. Auf Bildern stellt man sie durch zwei über dem Kopf erhobene Arme dar.
Die ach-Seele versinnbildlicht die enge Verbundenheit des Menschen mit dem Jenseits. Sie steigt nach dem Tod ihres Trägers steigt sie zum Himmel empor, dort bewacht sie das Grab und den guten Ruf des Verstorbenen. Sie rächt sich an jedem, der es wagt, die Totenruhe des Verstorbenen zu stören. Die ach-Seele wird in der Gestalt des Schopfibises dargestellt.
Der Körper des Toten stellt für "ba","ka"un die ach-Seele eine Heimat dar, die in verschiedenen Zeitabschnitten besucht wird. Sollte es aber keinen Körper geben, so müßten "ba","ka"und die ach-Seele sich im Nichts verirren und erlöschen. Dies würde das unwiderrufliche Ende der menschlichen Existenz bedeuten. Um dieses Unheil zu vermeiden, wird der Körper mumifiziert.
DAS GRAB
Nicht alle Menschen werden im alten Ägypten gleich bestattet. Je nach Stand und Besitz erhält der Verstorbene ein ihm angemessenes Grab.
1. Beisetzung im Wüstensand
Einfache Bauern werden ohne Sarg in dem heißen Wüstensand begraben, sie werden meistens mit Leinentüchern, Leder oder Felle eingewickelt und anschließend in eine flache Grube gelegt. Zum Schutz wird über den Leichnam eine Matte gelegt, danach wird die Grube mit großen Steinen und Sand zugeschüttet. Diese Leichen werden oft nicht mumifiziert, doch durch den heißen Wüstensand erhalten sie eine natürliche Mumifizierung.
2. das Hügelgrab und die Mastaba

Das Hügelgrab besteht aus einer unterirdischen, flachen und rechteckigen Grube, die durch Querwände in fünf Einzelräume unterteilt ist. In diesem Bereich werden der Sarkophag und die Grabbeigaben des Toten aufbewahrt, darüber befindet sich ein flacher Erdhügel. Da diese Konstruktion für Grabräuber leicht zugänglich ist, wurde auf dem Erdhügel ein Ziegelbau errichtet, der aus 27 Räumen besteht. Jetzt spricht man nicht mehr von einem Hügelgrab, sondern von einer Mastaba.
Die Räume des Ziegelbaus sind mit Opfergaben der Verwandten, Nahrungsmitteln, Schalen und anderen Gegenständen gefüllt, die der Tote in seinem weiteren Leben benötigt. Selten befinden sich in Mastabas Türen oder Eingänge, typisch dafür sind aber Scheintüren, die sich sowohl in der Mastaba als auch um sie herum befinden. Opfergaben von den Verwandten werden vor die Scheintür gelegt, die Ägypten stellen sich vor, daß die Seelen des Toden durch Mauern hindurch können und somit keine Schwierigkeit besteht, sich die Opfergaben zu holen. Mastabas befinden sich meistens in der Nähe einer Pyramide, da in ihnen hohe Beamte und Berater des Pharao beigesetzt werden.
Die Mastaba von der Seite



3. Das Felsengrab
Ein Felsengrab besteht aus einer Abfolge von Treppen, Korridore, Kammern und Sälen, die tief in das Gestein hineingehauen sind. Der Sarg befindet sich in der letzten Grabkammer im Berginnern. Zum Schutz gegen Grabräuber wurden sogar meterlange Gänge vollständig mit Steinen aufgefüllt. Die Felsengräber gehören zum Schönsten, was die ägyptische Baukunst hervorgebracht hat, dann oftmals sind alle Wände des Grabes mit Szenen des Verstorbenen aus dem Alltag bemalt.
Felsengräber sind meistens Pharaonengräber, selten handelt es sich um Privatgräber von Beamten
4. die Pyramide
Die Pyramide entwickelte sich aus den Mastabas. Auf das Dach der normalerweise einstöckigen Mastaba wurde eine zweite, kleinere Mastaba gebaut, darauf folgten öfters bis zu 6 weitere Mastabas. Es entsteht dabei eine Stufenmastaba, die der Stufenpyramde entspricht. Aus der Stufenpyramide entsteht durch Auffüllung der Stufen mit Geröll eine Pyramide mit glatten Wänden. Höhepunkt der Pyramidenbaukunst sind die Pyramiden der Pharaonen Cheops und Chrefren.
Die Pyramiden sind reine Königsgräber, in denen nur die Mumien der Pharaonen und ihrer Familienangehörigen untergebracht sind.

Typisch für jedes Grab sind die Grabbeigaben. Sei der Besitzer noch so arm, so werden ihm trotzdem Töpfe, Schsseln und heilige Statuen mitgegeben. Diese Dinge sollen ihm im weiteren Leben schützen und noch nützlich sein. Beamten und Pharaonen werden oft ganze Wohnungsausrüstungen wie Möbel, Waffen, Jagdgeräte und Kleider mitgegeben. In der Nähe des Pharaonengrabes befinden sich oft die Gräber der Dienerschaft und der Frauen des Pharao. Sie bringen sich freiwillig um, indem sie Gift trinken, nur damit sie dem Pharao auch im Jenseits dienen können, denn die Fortsetzung des Lebens im Jenseits ist für die Ägypter keine Frage des Glaubens, sondern unumstößliche Gewißheit. Der Tod stellt daher für sie keine Gefahr dar.
GRABRÄUBER IM ALTEN ÄGYPTEN
Die Wertgegenstände, besonders Gold, verlocken viele Räuber die Pharaonengräber auszurauben. Zumal stören sie nicht nur die Ruhe des Toten, sondern sie lassen wichtige Hinweise auf die Bestattung und des Weiterleben des Verstorbenen einfach verschwinden. Bei den Grabräubern handelt es sich meistens nicht um Ägypter, denn für einen Ägypter gilt es als schwerste Last ein Grab zu schänden. Für Grabräuber stellt es keine Schwierigkeit dar, z.B. den geheimen Eingang zu einer Pyramide zu finden oder ein Felsengrab freizulegen. Oft werden die Gänge der Gräber mit Steinen aufgefüllt, damit es für die Grabräuber unmöglich ist, bis in die Sargkammer vorzudringen. Wird der Grabräuber doch erwischt, so wird er bei lebendigem Körper auf Eisen- oder Holzpfähle aufgespießt. Ihre Leichen werden dann mit Schafsfell umwickelt und begraben. Schafsfell gilt bei den Ägyptern als unrein.
Sollte das Grab doch beschädigt werden, so kümmert sich ein Priester um die Mumie und läßt des Grab wieder verschließen.
MUMIENSÄRGE
Der Sarg schützt die Leiche vor wilden Tieren und Grabräubern. Oftmals stellt er den Ersatzkörper und Heimstatt für den Geist des Toten dar.
Jedoch verändert sich der Stil der Särge beträchtlich. Anfangs benutzte man meist einfache Holzkisten, im Mittleren Reich (2000 v.Chr.) können sich reiche Leute einen "doppelten" Sarg leisten. Danach werden die Särge mumienförmig gestaltet: der Sarg erhält eine menschliche Form und wird bemalt. Die Mumien werden jetzt auch in "dreifach" oder sogar "vierfach" Särgen bestattet, die teils vergoldet sind. Sehr wenige Särge bestehen aus Holz, da es in Ägypten kaum große Bäume gibt. Anstatt von Holz verwendet man Kartonage: sie ist billiger als Holz und läßt sich leichter formen und bemalen.

Die Mumiensärge werden anschließend in den Sarkophag gelegt. Auffallend bei vielen Sarkophagen ist, dass die Mumiensärge oft millimetergenau in sie hineinpassen.

SARKOPHAGE
Bei einem Sarkophag handelt es sich um einen Sarg aus Stein. Das griechische Wort bedeutet "Fleischfresser"; die Griechen glaubten, daß sich der tote Körper in dem Sarkophag auflösen würde.
Sie sind sehr teuer, deshalb konnten nur Pharaonen, Adlige und Beamte sich Sarkophage leisten. Anfangs handelte es sich um rechteckige Steintruhen, später wurden sie abgerundet und der Form des Toten nachempfunden. Sarkophage können eine Größe von mehr als 3 m und ein Gewicht von über 4,5 t erreichen.

DIE EINGEWEIDEKRÜGE

Die Eingeweidenkrüge, auch Kanopenkrüge genannt, sind für die Eingeweide (Leber, Lungen, Magen und Därme) des Toten bestimmt. Sie enthalten weder das Herz noch das Gehirn.Das Gehirn wird dem Toten erst seit der 21. Dynastie (1080 v.Chr.) entnommen. Das Herz wird an Ort und Stelle gelassen, damit man es im Totengericht gegen die Maat wiegen kann. Die Krüge bestehen aus Alabaster (Kalzit), Kalkstein oder gebranntem Ton. Ihre Deckel bestehen aus Tier- und Menschenköpfen, die den vier Horussöhnen entsprechen, bei besonderen Personen kann es vorkommen, daß auf den Deckeln nicht die Horussöhne, sondern viermal das gleiche Gesicht des Pharao abgebildet ist. Die Texte auf ihnen stellen den Toten unter den Schutz einer Göttin.
Krug..................Kopf.........Göttin...........Inhalt
Amset...............Mensch....Isis...............Leber
Hapi..................Pavian.....Nephthys.....Lungen
Duamutef..........Schakel...Neith............Magen
Qebehsenuef....Falke.......Selkis...........Därme



Wenn die Eingeweide sich in den Kanopen befinden, werden die Krüge in einen speziellen "Kanopenkasten" gestellt . Dieser wird gewöhnlich neben den Sarg des Toten gestellt.
GLÜCKSBRINGER FÜR DIE MUMIE
Das Horusauge, die Horus-Söhne und der Herzskarabäus sind die bekanntesten Glücksbringer, die die Mumie beschützen und behüten sollen. Sie werden entweder auf die Mumie aufgenäht oder zwischen die Binden gewickelt.

A: DAS HORUSAUGE
Nach einer alten Legende konnte der Gott Horus auf wunderbare Weise sein Auge wiedererlangen, welches er im Kampf gegen das Böse verloren hatte. Seitdem ist das Horusauge, auch Udjat-Auge genannt, ein Symbol für Heilung; es soll der Mumie Gesundheit und dem Körper neue Lebenskraft verleihen.

B: DIE HORUSSÖHNE
Die vier Horus-Söhne Imseti, Duamutef, Qebehsenuf und Hapi beschützen die lebenswichtigen Organe, die man in die Kanopen legt. Sie werden nicht nur als Kanopendeckel abgebildet, sondern auch oft als Amulette.
C: DER HERZSKARABÄUS
Für die Ägypter stellt der Skarabäus (Mistkäfer) ein heiliges Tier da, weil er magisch aus einer Mistkugel geboren wird. Er wird oft mit der Wiedergeburt in Verbindung gebracht oder er wird als Herz angesehen. Die Ÿgypter glauben, daþ das Herz, nicht das Gehirn, der Sitz der Intelligenz ist. In diesem Fall soll der Herzskarabäus bewirken, daþ die Mumie bei vollem Verstand ins Jenseits geht. Der Skarabäus kann entweder mit oder ohne Flügel dargestellt werden.

DIE MUMIFIZIERUNG EINES TOTEN
In dem folgendem Kapitel wird die Mumifizierung eines normalen Bauern und eines Pharao beschrieben. Im Grunde ist die Mumifizierung des Bauern eine verkürzte Variante der des Pharao. Die Mumifizierung findet in sogenannten "Reinigungszelten" am Ufer des Nils (Teil 1), später auch in "Mumienwerkstätten" (Teil 2), statt.
DIE MUMIFIZIERUNG EINES BAUERN (Teil 1)

(A) Ausweidung
Als erstes öffnet man die linke Seite des Toten und entfernt alle Organe bis auf das Herz. Das Gehirn wird durch das Nasendach mit langen Instrumenten entfernt. Danch werden die leeren Körperhöhlen mit Wasser und Palmwein gründlich gereinigt.
Mumifizierung der Eingeweide
Die Eingeweide (Därme, Leber, Magen und Lunge) werden auf sogenannten "Eingeweidetischen" in verschiedenen Arbeitsgängen mumifiziert. Die Mumifizierung entspricht der des Körpers.

(B) und (C) Entwässerung
Der gereinigte Körper wird mit Natron und Natronpäckchen gefüllt und bedeckt. Der Leichnam wird einige Wochen stehengelassen, das Gewebe verliert dabei den Großteil des Wassers.

(D) Nachtrocknung
Der Körper wird entweder in die heiße Sonne gelegt oder man hängt ihn auf ein Gestell über offenem Feuer auf.

Mit der Nachtrocknung ist die eigentliche Mumifizierung beendet. Es werden mindestens sechs Wochen benötigt, für Ärmere gibt es gekürzte Verfahren: die Eingeweide werden nicht entnommen.

DIE MUMIFIZIERUNG EINES PHARAO (Teil 2)
Die ersten Mumifizierungsschritte sind mit der Mumifizierung eines Bauerns identisch.

(A) Verwahrung der Eingeweide
Die mumifizierten Eingeweide werden in die "Kanopen" verteilt. Aus unbekannten Gründen wurden zwischen der 21. und 25. Dynastie (1080-659 v.Chr.) die Eingeweide wieder in den Körper zurückgelegt.

(B) Ausstopfung
Mit dieser Maßnahme soll der mumifizierte Körper möglichst naturgetreu wiederhergestellt werden. Die Hohlräume werden dabei mit Lehm, Sand, trockenen Flechten, Wachs oder harzgetränkte Binden gefüllt. Bestimmte Hautstellen werden zusätzlich mit feuchtem Lehm gefüttert, um sie anschließend zu modellieren.

(C) Bandagierung
Bei diesem nach festen Regeln vollzogenem Ritual führt meistens ein Priester in der Maske des schakalköpfigen Gottes Anubis die Oberaufsicht. Dabei werden Körper, Kopf und Gliedmaßen des Toten zuerst getrennt, dann zusammen mit langen Binden umwickelt. Zwischen den einzelnen Bindenlagen werden heilbringende Amulette eingeschoben oder angenäht.
Verpichung
Um den Leichnahm von der Außenwelt abzuschirmen, überzieht man die Mumie mit einer Schutzschicht. Sie besteht je nach Dynastie und Verfügbarkeit aus Lehm, Gips, Wachs Harz oder Leim.

(D) Maskierung
Besonders bei hochgestellten Persönlichkeiten wird der Kopf der Mumie durch eine Totenmaske geschützt. Sie besteht meist aus Pappmache, seltener aus Gold. Als Ägypten eine römische Provinz wird, werden die Mumienköpfe nur noch mit dem Gesicht des Verstorbenen bemalt. Man spricht dann auch von einem "Mumienportrait".
DIE "WIEDERBELEBUNG" EINER MUMIE
Die "Wiederbelebung" einer Mumie bezeichnet man auch als das "Ritual der Mundöffnung". Priester, Angehörige der Toten und Klageweiber, die sich Asche auf ihren Kopf streuen, ziehen in feierlichem Geleit in die Totenstadt, die sich meist in der Nähe des Grabes befindet. Der Sarg wird geöffnet und man hebt die Mumie heraus. Ein Priester in der Anubis-Maske stellt sie aufrecht hin. Dem Totem wird jetzt oft ein Tier geopfert, Gebete und feierliche Gesänge erklingen und man besprüht den Toten mit reinigendem Wasser.
Als Höhepunkt der Zermonie tritt ein Priester vor die Mumie und berührt mit dem Seb-ur, der Ritualaxt (sie gleicht oft einem Bildhauerwerkzeug), den Mund, die Augen, die Nase und die Ohren. Die Ritualaxt Seb-ur wird auch als Großer Stern bezeichnet. Die Axt erweckt die Konstellation der Sterne zum Leben, zu dieser gehört auch der Große Stern. Das Ritul sagt: "Der Priester Sem nimmt das Seb-ur und öffnet den Mund und die beiden Augen".
Dies ist der Augenblick, auf den die Mumifizierung letzten Endes eigentlich abzielt: Die Verwandlung zu einem neuen Anfang, damit der Tote wieder in der Lage ist zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen.
DAS TOTENBUCH, DIE SARGTEXTE UND DIE UNTERWELTSBÜCHER
Das ägyptische Totenbuch besteht aus Papyrusrollen, die beschriftet und bemalt sind. Es wird jedem Verstorbenen seit dem Beginn des Neuen Reiches (1551 v.Chr.) mit in das Grab gegeben. Es sichert dem Totem das Bestehen des Totengerichtes und ein glückliches Weiterleben. Die Vignetten (die Titelverzierungen) des Totenbuches stellen das Jenseits und das Totengericht dar. Die Texte bewirken ein glückliches Jenseitsgeschick. Bedeutsam in ihnen sind die "negativen Konfessionen", die dem Toten Worte über nicht begangene Taten in den Mund legen; z.B. "ich habe nicht Leiden von Menschen geschaffen". Diese Texte sind aufschlußreich, da sie, ins Positive gewendet, ethnische Ideale deutlich werden lassen. Das Totenbuch beinhaltet auch verschieden Sprüche und Gebete, die Sprüche werden als "Peret-em-heru" (Sprüche vom Zutagetreten der Seele) bezeichnet, es sind ungefähr 200 Sprüche bekannt.
Die Sargtexte und die Unterweltsbücher sind die Vorläufer des Totenbuches. Bei den Sargtexten handelt es sich um Texte auf der Innenseite von Särgen. Man findet sie hauptsächlich im Mittleren Reich, sie sollen wie die Totenbücher dem Toten in der Unterwelt behilflich sein. Es sind ca. 1000 Sprüche bekannt; die Sargtexte werden nur von Privatleuten benutzt, sie entwickeln sich aus den Pyramidentexten. Unter Pyramidentexten versteht man Texte und Bilder, die sich auf den Innnenräumen von Pyramiden befinden. Sie waren zuerst für den Pharao bestimmt, wurden aber später von den einfachen Menschen übernommen. Inhaltlich beziehen sich diese Texte auf Begräbniszeremonien, aber auch auf Tempelrituale und andere Dinge. Sie sind nur in der 5-8 Dynastie (ca. 2100-2000 v.Chr) vorhanden.
Bei den Unterweltsbüchern handelt es sich um Bilder und Texte an den Wänden der Königsgräber, in denen die Reise des Sonnengottes Re am nächtlichen Himmel der Unterwelt geschildert wird.

AUSZÜGE AUS DEM TOTENBUCH
Diese Textauszüge aus dem ägyptischen Totenbuch sollen dem Verstorbenen dabei helfen das Totengericht zu bestehen bzw. richtig im Jenseits weiter zu leben. Es handelt sich um allgemeine Hilfen für den Toten.
EIN MACHTANSPRUCH FÜR DEN VERSTORBENEN
Tum, der Sonnengott, bin ich. Auch Kheprabin ich, der Gott des ewigen Wandels, welcher im Schoþe von Nut, seiner Mutter, verborgen, selbst seine eigenen Form gestaltet und meiþelt. Sieh, der Himmelsmeere geistige Wesen wie die Wölfe werden Böse, wie die Hyänen wütend werden die himmlischen Geister, wenn meiner Sprüche Klang bis zu ihnen gelangt. Denn diesen magischen Sprüchen, ihnen forsche ich nach und sammle sie emsig. Überall, rasch wie das Licht, eifrig ein Jagdhund. Der du die Re-Barke führst, sieh ihre Segel sind von blasenden Winden gespannt, wenn in den finsteren Räumen der Toten die Barke über den flammenden Feuersee gleitet... Von überall her, auch im Herzen der Menschen, hab mit Eifer und Fleiss die magischen Sprüche gesammelt. Ich suche nach ihnen rasch wie das Licht, im Eifer des Jagdhundes. Dank mir entsteigen die Götter dem Abgrund und ihre Taten vollbracht, seh ich sie sinken ins Nichts, im Weltfeuer vergehen. Ich habe gesammelt die Sprüche der Macht sie suchend rasch wie das Licht, im Eifer des Jagdhundes...[Seite 84]
DAMIT DAS HERZ DES VERSTORBENEN NICHT GERAUBT WERDE
Heil dir, du doppelköpfiger Löwengott! Schaue mich an! Eine blühende Pflanze bin ich! So ist das Blutgerüst der Verdammten ein Greuel für mich! Es sei das Herz meiner Brust nicht entrissen von zwei Heliopoli Göttern, die sich bekämpfen! Und du, wohltätiges Wesen, dass du Osiris mit Binden bedeckst, sieh dies ist mein Herz, es weint vor Osiris und flehet um Gnade! Wahrlich, ich habe im Tempel des schreckenerregendes Gottes alles gewährt, was er wollte; in Khemenu nahm ich Besitz von den Opfergaben für ihn; deshalb schont meines Herzens, raubt es mir nicht; danach gewähre ich euch den Zutritt in seine Bereiche, auf daþ ihr geleitet dies Herz in das selige Land. Macht es mir kräftig und stark, schützt es vor allem, was Grauen und Abscheu erregt. Verweigert ihm nicht die geistige Nahrung! Denn wahrlich, mein Herz war treu den Geboten des Turm; es hat in den tiefen Höhlen von Seth die Feinde gemetzelt. So sei es nicht mit dem Ib-Herzen Hati vertauscht vor den Unterweltsgöttern! Und sollte jemand eins meiner Beine finden oder die Binden, die meine Mumie umschlingen, mög er sie ehrbietig begraben. [Seite 87]
UM DIE DŸMONE ZU HINDERN; DEN KOPF DES VERSTORBENEN ABZUSCHNEIDEN
Ein Fürst bin ich, zugleich eines Fürsten Sohn. Aus göttlichem Feuer geboren bin ich, selber Gott-Feuer. Wahrlich, nicht wurde Osiris sein Haupt geraubt. Nun, das Gemetzel vollendet, auch mein Haupt, ihr Götter, gebt mir zurück! Jung werde ich immer wieder und erneure mein Dasein. Unversehrt erhalt ich mein vielfaches Wesen. Ich bin Osiris, der endlosen Zeiträume Fürst... [Seite 105]
UM NICHT ZWEIMAL IM JENSEITS ZU STERBEN
Entweiht sind meine geheimen Wohnstätten, meine Verstecke verraten; in Finstermis gestürzt die heiligen Geister; aber Horus' heilige Auge hat mich geweiht und Up-Uaut mit seiner Btrustmilch ernähret... Ihr Fixsterne, unter euch nun verberg ich mich... Seht, enthüllt mein Antlitz! Wahrlich, meine Stirne ist Re's Stirn! Am rechten Orte bleibet mein Herz! Meister bin ich des heiligen Wissens und der magischen Worte; wir Re sich beschützt, so beschütze ich mich selbst. Niemand darf mich verachten oder mir Böses antun. Für dich, wahrlich, lebet dein himmlischer Vater, Nachkomme du der Göttin Nut! Sieh, ich nahe mich dir, du, Götterfürst! Dein Sohn bin ich; nahm an den Mysterien teil. Als Götterkönig gekrönt in den Unteren Welten werd ich zum zweiten Male nicht sterben....! [Seite 105]
UM DIE HIMMELSPFORTEN AUFZUSCHLIEþEN
Mögen die Pforten des unermesslichen Himmels aufgetan sein für mich! Mögen die Pforten der feuchten Erde aufgeschlossen mir sein! Seht, nun erscheint der grosse Gott des himmlischen Niles; er fügt sich den Rhythmen des Re. Gewährt mir, o Götter, die Macht über die Wasser des Himmels! Denn ich vermag wahrhaft zu meisten Seth, mein Feind, am Tage der grossen Gewitter... Sieh, ich durchlauf die Wege an diesen gewaltigen Göttern vorbei mit mächtigen Armen, geordnet in Reih und Glied; weit hinter lassen die Götter den leuchtenden Gott, gepanzert mit Sprüchen der Macht, des' Name Geheimnis, jene Götter mit kraftstrotzenden Armen, wahrlich, habe ich längst überholt....[Seite 113]
UM DEN HEILIGEN GEIST ZU VERVOLLKOMMEN
Einem Phönix gleich schweb ich im Himmel. Nach Osten zu steuert mein Boot, Osiris gleich Dring ich nach Dschedu vor und öffne die Quellen des himmlischen Nils, der Sonnenscheibe Bahnen bereitend. Wie der Gott Sokari im Schlitten vorrückend, wie die grosse Göttin zu der Himmelshöhe, so mächtig bin ich, die Sonnenscheinbe verehrend gesell ich mich zu den Geistern, die im Morgengrauen das Tageslicht anbeten. Wahrlich, ich bin jenen Geistern nicht unterlegen! Denn wie sie bin ich ein Wesen, geschaffen vom strömenden Isis-Licht und von der Göttin magischer Kraft. Macht mich denn rüstig und stark! Seht, meine Taue hab ich zusammengerollt! Zurückgewiesen, Apopi! Re streckt mir die Arme entgegen; und seine Schiffer drängen mich nicht zurück. Denn kräftig bin ich durch des Sonnenauges Kraft; in meiner Stärke schöpft das Sonnenauge sein strahlendes Wirken... Werd ich nie aufgenommen im Boote Re's , dann wird auch Re vom kosmischem Auge getrennt!... [Seite 162]
UM IN DIE AMENTI EINZUDRINGEN
-Schliesst mir die Pforten auf! -Antworte zuerst mir, o Seele. Wer bist du? Wo gehst du hin? Bist du der Wandlungen fähig? Was sind sie? -Gleicht euch, o Götter, bin ich ein göttlicher Geist! Meines Bootes magischer Namen klingts so: "Die Verknüpfung der vielfältigen Seelen."Haarsträubende Schrecken" ist meines Ruder Name. "Der Wachende" so heisset der Bug. "Schlimm ist es" heisset das Steuer. "Segle gradaus!" heisset das Heck. Mög ich ins Jenseits eindringen in Falkengestalt. Als Sternen-Phönix mög ich die Himmelsräume durchziehen, und wenn ich alle Wege in Frieden durchstreift, mög ich einziehn in das schöne Reich der Amenti; Um, vor dem See des Osirs geweiht, den Gott anzubeten, den Herrn des ewigen Lebens.[Seite 183]
WORTE WŸHREND DES NEUMONDES ZU SPRECHEN
Des Himmels Stürme halte ich im Zaune. Mit Mumienbinden umwickle und kräftige ich Horus, den gütigen Gott, Osiris, dessen Formen vielfältig. Meine Opfer erhalt ich zu den vom Schicksal geordneten Stunden. Seht hier erscheint Re von vier höheren Göttern begleitet; in der Sonnenbarke durchquert er den Himmel. Auch ich, Osiris, beginne die Reise zu der vom Schicksal geordnete Stunde. Hoch sitzend auf der Sonnenbarke Tauwerk, mein neues Dasein beginne ich. [Seite 214]
WŸHREND MAN DAS FEUER IN DER UNTERWELT ANZÜNDET
Sehet, das strahlende Auge des Horus, leuchtend wie Re, erscheint am Himmel; sich die Brudersphären bewegend, zerstört er Seth's dreifache Übermacht. Denn von den Göttern wurde beschlossen, Seth würde ergriffen und ausgeliefert; gegen ihn würde des göttlichen Auges verzehrendes Feuer gerichtet. Möge es kommen, das Feuer der Wiedergeburt, im Einklang mit den Göttern-Schwestern herrschen um Re! Wahrlich es lebt des Horus flammendes Auge! Es lebt im Schreine des Tempels, des grossen von "An-Maut-f" ist sein Name. [Seite 217]
UM SICH DEN ZUGANG ZUM HIMMEL ZU BAHNEN
1.Seht, mit Kraft erzwinge ich zum Sonnendiskus mir einen Zugang... Wahrlich, Re lebet! Die Schildkröte ist tot!
2.Geläutert, geheiligt mein Leichnam, gereinigt Osiris' Gebeine... Wahrlich, Re lebet! Die Schildkröte ist tot!
3.Des Sarges Bewohner befürchtet den Angriff des Übels nicht... Wahrlich, Re lebet! Die Schildkröte ist tot!
4.Sehet, von Kebhsennuf selber beschützt liegt die starre Hülle des Toten... Wahrlich, Re lebet! Die Schildkröte ist tot!
5.Höret, höret! Die Riegel der mächtigen Pforte werden geschoben... Überschreiten nur darf ich die heilige Schwelle. [Seite 154/5]
DAS VERSTORBENE KISSEN
Nun ist dein Körper erhöhet, o du, der du lahmgelegt bist, leidend... Dein Kopf, in die Höhe gehoben, schaut nach dem Himmel. Langsam erhebst du dich. Herr wirst du aller Hemmnisse sein der Wohltaten dankt, welche dir Götter erwiesen. Sieh, Ptah, dem Urteil der Richter gehorchend, bezwingt deine Feinde, denn du bist Horus, Hathors Sohn, Nesert, Nesertet! Nach dem Blutbad der Schlacht gibt er dir wieder dein Haupt dir wird es nicht weggenommen in alle Ewigkeit... [Seite 164]

DAS TOTENGERICHT
In der ägyptische Unterweltsvorstellungen gibt es spezielle Auffassungen. Ursprünglich waren die Anschauungen über das Leben des Königs im Jenseits, der sich nach dem Tod mit den Göttern vereinigt, von den Vorstellungen über das Weiterleben der gewöhnlichen Menschen sehr verschieden. Aber mit der Zeit wurde die für den König bestimmte Konzeption von den einfachen Menschen übernommen. Doch zwischen dem Tod und dem Eingehen in die göttliche Welt steht das Totengericht. Es spielt in der Totenvorstellung der Menschen eine wichtige Rolle, aber für den Pharao wird eine neue Konzeption entwickelt.
Das Reich des Osiris, der Duat (die Unterwelt), liegt hinter den Bergen der westlichen Wüste. Um dorthin zu gelangen, reist der Tote, in Begleitung der Schlangengöttin Uto, in einem Boot zu den Bergen der westlichen Wüste. Die Göttin Uto schützt ihn vor den Schlangen der Unterwelt.
Der Tote wird von Anubis in die Gerichtshalle geführt. Dort wird das Herz des Verstorbenen gegen die Maat abgewogen.Die Maat ist die ägyptische Vorstellung von Ordnung. Sie wird entweder als Straußenfeder oder als einer am Boden knienden Frau dargestellt ,die um die Perücke ein Band geschlungen hat, in der die Maat-Feder steckt.Toth leitet die Wägung und notiert das Ergebnis. Sind Herz und Maat nicht im Gleichgewicht, so wird der Tote von einem monströsen weiblichen Mischwesen, der sogenante " Fresserin " oder " Totenfresserin", verschlungen. Sind Herz und Maat aber im Gleichgewicht, so hat der Tote die Prüung bestanden und wird von Horus zu Osiris geführt.Die ganze Totengericht-Szene wird von verschiedenen Göttern genau beobachtet und überwacht.
WIE GELANGT DER PHARAO IN DAS PARADIES?
Der Pharao, der den Königsgott Horus zu Lebzeiten verkörpert, steigt über die Stufen seiner Pyramide, der sog. "Himmelstreppe", in den Himmel. Das Duat wird in diesem Fall als Stern in einem Kreis dargestellt, der ebenfalls die Bedeutung von "anbeten" besitzt. Nut, der obere Halbkreis stellt den oberen Himmel dar; Nent, der untere Halbkreis stellt den unteren Himmel dar. Zusammen stellen Nut und Nent das Meer Nun (das Urmeer) dar. Im Inneren dieses doppelten Himmelgewölbes werden die Herrscher als Sterne dargestellt. Der Khet (der Leichnam) bleibt als materieller Anteil auf der Erde, während der spirituelle Anteil Akh (die Seelen) sich mit den Sternen vereint. Aus diesem Grund werden die verstorbenen Pharaonen auch die "Verherrlichten" genannt. Aus vielen Grabtexten geht hervor, daß der verherrlichte Verstorbene
"wie ein Falke in den Himmel aufsteigt, und seine Federn gleichen denen
der Gans. Wie ein Kranich wirft er sich dem Himmel entgegen, wie ein
Falke so schnell fliegt er am Himmel, wie eine Heuschrecke springt er
am Himmel empor. So hat er, der nicht mehr auf Erden weilt, sich von
euch, o Menschen, entfernt. Im Himmel ist er mit seinen Brüdern, den
Göttern, wo die Göttin des Himmels ihm die Hand ausstreckt. Er fliegt,
o Menschen. Am Himmel setzt ihn die Göttin Nut als Unvergänglichen
Stern ein".
DIE REINKARNATION
Man kann die Ägyptische Reinkarnation oder Seelenwanderung nicht mit anderen Reinkarnationsformen vergleichen, wie z.B. die indische Seelenwanderung. Die ka, ach und ba Seelen verlassen zwar den Körper, aber sie bleiben ihrem Körper treu, d.h. sie "wandern" in keinen neuen. Die Grabbeigaben und die Wandmalereien in den Gräbern sollen sowohl die Seelen als auch den Körper an das Weiterleben erinnern.

Hori hat seine Stunde längst beendet, doch alle Schüler sitzen schweigsam auf ihren Matten. Besonders Pepi ist von den Götterkulten, der Totenbestattung und der Reise ins Jenseits begeistert. Er schwürt sich, ein guter Schreiber zu werden, um alles Wissenswerte und Interessantes über die Religion seines Volkes für seine Nachfahren aufzuschreiben. Jeder Schüler hat jetzt seinen Gedankengang beendet, Hori freut sich über die gute Aufmerksamkeit seiner Schüler und läßt sie heute als Belohnung früher nach Hause gehen. Immer noch tief in Gedanken vertieft verläßt Pepi die Tempelschule....

Möge Thau, der schwüle Wind aus der Wüste, den Sand der Dünen bis zum Himmel hoch wirbeln und die Sonne verfinstern - und fünf Tage später möge Mehyt, der frische Wind aus der Wüste, sich über die Erde und den Himmel wie kristall wölben.
Doch mögen Sie bitte nie diese ägyptische Weisheit vergessen:



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